WISSENSBÖRSE MEDIATION
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SchulmediationKrankheit als Konfliktsymptom - Schule
und Elternhaus sind die wichtigsten Lebenswelten von Kindern und
Jugendlichen. Konflikte in Schule und Familie sind daher häufig
und können unterschiedlichste Auswirkungen haben. Konflikte, die im Schularztzimmer, offen oder verschlüsselt,
zu Tage treten, können dort in einem geschützten Rahmen
angesprochen werden. Jugendliche äußern sich im Schularztzimmer
über viele Themen auch freier, weil es hier keinerlei Sanktionen
gibt (Noten, Verbote,...). Die ärztliche Schweigepflicht gewährleistet
zudem eine Diskretion, die Aussprachen fördert. In diesem Rahmen
kann auch eine neutrale Vermittlung im Konflikt angeboten werden.
Auch für Eltern und LehrerInnen ist die Person der Schulärztin positiv besetzt und vor allem mit einem Vertrauensvorschuss versehen, so dass auch die Erwachsenen ein offenes Ohr für ein Mediationsangebot haben. Ziel des Konfliktmanagements im Lebensraum Schule, ob es Mediation, Peer Mediation, Gesprächsführung mit mediatorischen Techniken oder anders genannt wird, ist immer die Förderung des Dialogs, positiven Miteinanders, gegenseitigen Verstehens, Entlastung der Konfliktparteien und damit insgesamt eines guten Schulklimas. Als Schulärztin habe ich die Möglichkeit zu informieren, zu unterstützen und als neutrale Person auch zu mediieren. Die positive Einstellung der Direktion zur Mediation ist natürlich wichtig und durch Engagement und Eingehen auf die Persönlichkeit der Schulleitung wohl meist zu erreichen. Durch zunehmende Kürzungen im Bildungswesen und immer neue
Aufgaben werden Konflikte in Schulen weiter zunehmen. Gerade in
dieser Situation ist es aber besonders wichtig, sich für „Störungen“
Zeit zu nehmen, bzw. ihnen „Vorrang“ zu geben. Das finanzielle
Desaster als Folge der derzeitigen Schulpolitik lässt leider
nur wenig Spielraum für Mediationsangebote und –ausbildungen.
Dieser Zwickmühle heißt es durch kreative Ideen zu entkommen
(Sponsoren, Umschichtung von Werteinheiten,…) Ich halte es daher für wichtig, dass sich auch MedizinerInnen mit dem Thema „Konflikte“ verstärkt beschäftigen, denn allzu oft entstehen Beschwerden als körperlicher Ausdruck einer Konfliktproblematik, also: „Krankheit als Konfliktsymptom“. Dr. Margit Saßhofer, Schul- u. Betriebsärztin, Lehrerin, Mediatorin. Mediationsschwerpunkte:
Gesundheits-, Nachbarschafts-, Schadenersatz-, Schul- und Wirtschaftsmediation |