Abschiede. Der Einsatz von Trauertheorien und -modellen in Mediation, Supervision und anderen Beratungsformen

Datum: 28. Juni 2019

Uhrzeit: 10:00 Uhr

Ort: ARGE Bildungsmanagement, Friedstraße 23, 1210 Wien


Abschiede. Der Einsatz von Trauertheorien und -modellen in Mediation, Supervision und anderen Beratungsformen

Fortbildungs-Workshop

„Wir sterben viele Tode, solange wir leben; der letzte ist nicht der bitterste.“ (Karl Heinrich Waggerl)

Einer akademischen Definition zufolge ist Trauer die Summe der „psychischen Reaktionen, die nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen durch dessen Tod auftreten können“. Dementsprechend hat sich die psychologische und psychotherapeutische Forschung überwiegend mit Trauer- und Verlusterfahrungen als Folge von Todesfällen beschäftigt. Aber es gibt eine ganze Reihe von biografischen Ereignissen, die Verlusterfahrungen bedeuten und somit Trauer auslösen können, ohne dass mit ihnen Todesfälle verbunden sind: die Trennung vom Partner oder von der Partnerin, der Verlust von Freundinnen und Freunden aufgrund eines Umzugs, der Verlust eines Jobs, der Auszug der Kinder von zuhause oder der Abschluss einer bestimmten Lebensphase.

Trauermodelle können helfen, diese spezifischen Verlusterfahrungen zu erfassen und methodisch zu bearbeiten. Die Betrachtung etwa einer Trennung oder auch einer signifikanten Veränderung im Berufsleben unter den Aspekten der Trauer eröffnet völlig neue Perspektiven und ermöglicht neue Erzählformen.
Trauer von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich dabei von der Trauer Erwachsener. Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes stehen bestimmte Aspekte von Trauer und der Auseinandersetzung damit im Vordergrund. Dieses Seminar widmet sich unter anderem den spezifischen Bedingungen und Besonderheiten kindlicher Trauerprozesse.

Inhalt:
Die TeilnehmerInnen lernen unterschiedliche Trauertheorien und -modelle sowie neueste Erkenntnisse aus der Trauerforschung kennen und erproben die Anwendung dieser Modelle auf nicht todesbezogene Verlusterfahrungen in Mediation, Supervision und anderen Beratungssettings. Weiters stellen wir Methoden vor, um auch den in einer Beratung oder Mediation oder nicht anwesenden, von Trauer betroffenen Kindern gerecht zu werden.

Ziel:
Sensibilisierung für Trauerprozesse und Nutzbarmachung von Trauermodellen in unterschiedlichen Beratungssettings; Erproben und Entwickeln entsprechender Werkzeuge und Methoden.

Zielgruppe:
Mediator_innen, Supervisor_innen, Lebens- und Sozialberater_innen, Coaches und andere Interessierte.

Leitung:

  • Mag.a Daniela Musiol
    ist Juristin, Mediatorin, Sozialarbeiterin, Nationalratsabgeordnete a. D. und seit 1996 als Beraterin mit den Schwerpunkten Familien-, Erbschafts-, Team- und Organisationsmediation sowie Supervision und Coaching tätig. Themen in der Beratung sind unter anderem: Rollenentwicklung, Partizipationsprozesse, Biografiearbeit, Tod und Trauer am Arbeitsplatz sowie andere traurige Angelegenheiten.

     

    Gegebenenfalls werden als weitere Expert_innen hinzugezogen:

  • Mag. Thomas Geldmacher
    ist Politikwissenschaftler, Mediator und Berater mit den Schwerpunkten Projekt-, Strategie- und Markenentwicklung im politiknahen Bereich, Präsentations- und Kommunikationstechniken, Tod und Trauer am Arbeitsplatz sowie andere traurige Angelegenheiten
  • Ursula Spät
    ist Mediatorin, Künstlerin und Beraterin mit den Schwerpunkten Trauer von Kindern und Jugendlichen, Familienmediation und -supervision.

 

Der Fortbildungs-Workshop ist für Eingetragene MediatorInnen für die erforderliche Fortbildung gemäß § 20 ZivMedG (insgesamt 50 Stunden innerhalb von 5 Jahren) anrechenbar.


Die Teilnahme am Workshop ist für diverse Berufsgruppen als Fortbildung anrechenbar.

Termin:
Freitag, 28. Juni 2019,
  10.00-18.10 Uhr
Donnerstag, 29. Juni 2019,
09.00-17.00 Uhr (2-tägig, 15 U.Std.)

Veranstaltungsort: ARGE-Bildungsmanagement, Friedstraße 23, 1210 Wien

Kosten:

  • 320 € Normalpreis
  • 270 € für TeilnehmerInnen und AbsolventInnen von ARGE-Lehrgängen

TeilnehmerInnenzahl: 12-20 TeilnehmerInnen
(Platzvergabe nach dem Zeitpunkt der Anmeldung)

Anmeldeschluss: 14. Juni 2019

Rücktrittsbedingungen
Bei Stornierung einer Buchung bis 14 Tage vor Beginn der Veranstaltung beträgt die Bearbeitungsgebühr 40 € und bedarf der schriftlichen Abmeldung per Post, Fax oder E-Mail und einer Bestätigung des Erhalts von Seiten der ARGE Bildungsmanagement GmbH.
Bei Stornierungen ab 14 Tage vor Veranstaltungsbeginn oder Nichterscheinen am Veranstaltungstag wird die gesamte Seminargebühr in Rechnung gestellt. Selbstverständlich ist eine Vertretung der angemeldeten Person ohne Zusatzkosten möglich.