Traumastruktur - Reinszenierung von Traumata im Beratungs- und Betreuungssetting

Datum: 25. Februar 2020

Uhrzeit: 18:00 Uhr

Ort: ARGE Bildungsmanagement, Friedstraße 23, 1210 Wien


Traumastruktur - Reinszenierung von Traumata im Beratungs- und Betreuungssetting

Die Reinszenierung von traumatischen Erlebnissen (in der Psychoanalyse Wiederholungszwang genannt) ist bei den betroffenen Menschen oft Teil ihrer Beziehungsgestaltung, wodurch ihr alltägliches Leben belastet werden kann. Auch in der Psychosozialen Arbeit ist zu beobachten, dass traumatisierte KlientInnen Inhalte ihrer Erlebnisse in die Beratungssituation einbringen – sie reinszenieren, um eine spezielle Beziehung und Bindung zur Betreuungsperson herzustellen. Diese Reinszenierungen werden in der Psychoanalyse Übertragungsphänomene genannt, die von den BeraterInnen erkannt werden müssen und als wichtige Hinweise für die Gestaltung der Beratungsprozesse dienen. Die Ursachen des Reinszenierungs-Verhaltens sind noch nicht zur Gänze erforscht. Man geht davon aus, dass sie als steter Versuch anzusehen sind, an der Traumabewältigung zu arbeiten, d. h. durch Wiederholung die Selbstwirksamkeit zu stärken. Die nachträglichen Reinszenierungen von Traumaerlebnissen stellen nach dieser Hypothese also einen selbstorganisierten Versuch der Betroffenen dar, die erlebte unerträgliche Situation des Ausgeliefertseins nunmehr kompetenter und gestärkter zu überstehen und einen subjektiv besseren Ausgang herbeizuführen. Im Jour-fixe soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Was sind Reinszenierungen von traumatischen Erlebnisinhalten, woran kann man sie erkennen, wie grenzen sie sich von nicht-traumatischen Übertragungsphänomenen ab? (Beispiele)
  • Wie können wir mit Reinszenierungen von Traumainhalten in der Beratung umgehen?
  • Welche Bedeutung haben aus pädagogischer Sicht „Ego State“ oder „Schema“?
  • Was bedeutet die Methode des „Nachnährens“, falls Reinszenierungen aus Entwicklungs- und Bindungstraumata/-störungen sich entwickeln?

Leitung:
Axel Edgar Schmid

Geschäftsführer des Instituts für Bildung und Qualifizierung (IBQ). Seit 1996 Tätigkeit im sozialen Bereich: Arbeit mit beeinträchtigten Menschen im Arbeitstraining einer Tageswerkstätte und Teamleiter einer mobilen sozialpädagogischen Einrichtung für gewaltbereite und traumatisierte Jugendliche; Supervisor in sozialökonomischen Organisationen. Seit 2004 Lehrbeauftragter.
Ausbildungen in Gestaltpädagogik, Sozialpädagogik, Gewaltpädagogik, Systemischer Familienarbeit, Erlebnispädagogik, Supervision (ÖVS), Traumapädagogik, Lebens- und Sozialberartung.

Termin:
25. Februar 2020

Veranstaltungsort:

ARGE Bildungsmanagement, Friedstraße 23, 1210 Wien

Wir freuen uns, Sie zu unseren monatlichen Jour Fixe-Veranstaltungen einzuladen, der Jour Fixe steht allen Studierenden, AbsolventInnen, Lehrenden und Gästen zur Verfügung.

  • Zuhören und Lernen
  • Einmischen und mitreden
  • Begegnen und Vernetzen

Die Teilnahme ist kostenlos. Wegen begrenzter TeilnehmerInnenzahl bitten wir um verbindliche Voranmeldung: officeⒶbildungsmanagement.ac.at
Die Teilnahme kann mittels Bestätigung als Weiterbildung für diverse Berufsgruppen angerechnet werden.